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Der Zweite Weltkrieg

SS am Hauptmarkt, 1933. Die während der Reichsparteitage wirkungsvoll in Szene gesetzten Truppen sollten nur eines: möglichst bald gegen den Feind marschieren. Bildnachweis: Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Als das Deutsche Reich am 1. September 1939 Polen überfällt, beginnt ein Krieg in Europa, der sich zwei Jahre später zum Weltkrieg ausweitet. Der für Anfang September in Nürnberg geplante "Reichsparteitag des Friedens" wird am 26 August abgesagt.

Auch wenn es für viele Zeitgenossen zunächst schwer zu erkennen ist, bedeutet nationalsozialistische Außenpolitik von Anfang an Kriegsvorbereitung. Während die innen-, wirtschafts- und rüstungspolitische "Wiederwehrhaftmachung" Deutschlands beginnen, gelingen Hitler in den ersten Jahren seiner Herrschaft spektakuläre außenpolitische Erfolge.

Mit dem Einmarsch der Wehrmacht in Österreich und der Eingliederung der sudetendeutschen Gebiete der Tschechoslowakei, letztere mit Zustimmung Englands, Frankreichs und Italiens, scheint sich 1938 ein alter Traum des deutschen Nationalismus zu erfüllen: ein gemeinsames Reich für alle Deutschen.

Doch obgleich sich Hitler bei allen Aktionen auf Gleichberechtigung und das Selbstbestimmungsrecht der Völker beruft, geht es ihm um mehr. Der Einmarsch in die Tschechoslowakei am 15. März 1939 bedeutet den endgültigen Übergang zur offenen Expansionspolitik.

Zum ersten Mal wird nun aber auch deutlich, dass die Westmächte, die Hitlers Außenpolitik bisher kaum Widerstand entgegengesetzt hatten, keine weiteren Zugeständnisse mehr machen. Mit dem Angriff auf Polen stürzt Deutschland die Welt in einen neuen, noch verheerenderen Krieg.

Als am 1. September 1939 starke deutsche Verbände ohne Kriegserklärung in Polen einmarschieren, haben die polnischen Streitkräfte ihnen wenig entgegenzusetzen. Mit schnellen, beweglichen Panzerverbänden und unter Einsatz von Kampfbombern rückt die Wehrmacht innerhalb von drei Wochen bis zu jener Linie vor, die Hitler und Stalin kurz zuvor in einem gegenseitigen Nichtangriffspakt gezogen hatten.

Großbritannien und Frankreich, die den Bestand Polens garantieren, reagieren rasch und erklären Deutschland den Krieg. Nach einer Phase ohne Kampfhandlungen besetzen die Deutschen 1940 in einer Serie schneller Feldzüge Dänemark, Norwegen, Luxemburg, die Niederlande, Belgien und Frankreich. In nur drei Monaten beherrschen sie damit beinahe ganz Westeuropa.

Nur Großbritannien setzt den Krieg gegen das Deutsche Reich fort. Da es wegen seiner Insellage für deutsche Landstreitkräfte unerreichbar ist, wird es anfänglich aus der Luft, dann hauptsächlich im Atlantik durch die U-Boot-Flotte sowie im Mittelmeerraum angegriffen. Damit sollen die britischen Nachschub- und Versorgungswege unterbrochen werden.

In Südosteuropa und Nordafrika eilt Hitler seinem Bündnispartner Italien zu Hilfe. 1941 besetzt die Wehrmacht Jugoslawien und Griechenland. Diese militärischen Triumphe steigern Hitlers Popularität bei den Deutschen auf einen neuen Höhepunkt.

Weiterlesen: Vom Expansions- zum Vernichtungskrieg

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